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 Nach Großbrand in Sorsum: Eisige Temperaturen erschweren auch die Löscharbeiten
06.01.2026   Hildesheim - Die ganze Nacht haben Feuerwehrleute gegen einen Großbrand in der Wäscherei der Diakonie in Sorsum gekämpft. Auch in den Morgenstunden sind die Einsatzkräfte noch vor Ort, wie die Feuerwehr in Hildesheim gegen 6 Uhr bestätigt hat.

„Die Lage ist unter Kontrolle“, bestätigt Einsatzleiter Harm Christofzik von der Berufsfeuerwehr in Hildesheim. Der Einsatz sei aber noch immer nicht beendet. Er geht davon aus, dass die Nacharbeiten „noch Stunden in Anspruch“ nehmen werden. Der Einsatz sei „aufgrund der Lage und Größe des Geländes nicht einfach“. Auch die aktuellen Temperaturen unter null machen den Einsatzkräften weiter zu schaffen – das Löschwasser auf dem Boden gefriert bei den Minusgraden sofort.

Alarmstufe gleich erhöht

Wie berichtet, ist das Feuer gegen 20 Uhr am Montagabend aus bislang noch nicht geklärter Ursache in einem Wäschereibetrieb am Nordfeld in Sorsum ausgebrochen. Mehr als 120 Feuerwehrleute kämpften in der Nacht gegen die Flammen. Die ersten Einsatzkräfte konnten bereits auf der Anfahrt deutlichen Flammenschein aus dem Dach eines Gebäudeteiles erkennen. Somit hat die Feuerwehr sofort die Alarmstufe erhöht, um zügig weitere Kräfte und Einsatzmittel an den Brandort zu bekommen. Das Feuer hatte sich bereits in einem Gebäudeteil ausgedehnt und breitete sich nach Angaben der Retter sehr schnell weiter aus.

„Als das Feuer ausbrach, herrschte in der Wäscherei noch Betrieb“, sagt Jan Makowski, Sprecher der Polizei Hildesheim. Informationen zufolge konnten etwa 85 bis 90 Beschäftigte das Gebäude rechtzeitig verlassen. Als die Feuerwehr eintraf, waren keine Menschen mehr in der Wäscherei. Zwei Mitarbeiter der Diakonie wurden leicht verletzt, sie sind vom Rettungsdienst vor Ort untersucht worden. Eine Person ist noch in der Nacht mit Verdacht auf einer Rauchgasvergiftung in die Klinik gebracht worden.

Im ersten Einsatz mussten viele Kräfte mit Atemschutzgeräten arbeiten. Dazu musste die Feuerwehr die Drehleiter einsetzen, um die schwer zu erreichenden Brandherde ablöschen zu können. Dabei ergaben sich allerdings schnell Probleme bei der Löschwasserversorgung, sodass nicht alle im Einsatz befindlichen Leitungen durchgehend versorgt werden konnten. Da die Alarmstufe schon frühzeitig erhöht worden war, konnte die Feuerwehr nach eigenen Aussagen diese Lücke jedoch zügig schließen.

Drohnen im Einsatz

„Eine Ausbreitung des Feuers ließ sich jedoch nicht verhindern“, so heißt es von der Feuerwehr. Rollcontainer, beladen mit Massen an Wäsche, gaben den Flammen immer wieder neue Nahrung. Die Retter entschieden, dass das betroffene Gebäude zunächst in zwei Brandabschnitte unterteilt wird, um die einzelnen Brände gezielter löschen zu können. Zusätzlich setzte die Feuerwehr Drohnen zur besseren Übersicht und Lageerkundung ein. Die Einsatzkräfte konnten verhindern, dass das Feuer auf ein Gefahrstofflager innerhalb der Wäscherei übergriff.

Zwischenzeitlich befürchteten die Einsatzkräfte auch, dass Teile des Gebäudes einstürzen könnten. Ein geplanter Löschangriff im Inneren wurde daher als zu gefährlich eingestuft, Löschroboter übernahmen die Aufgabe. Ziel blieb daher, unbedingt eine in der Mitte der Wäscherei befindliche Brandwand zu halten. „Hierzu musste die Logistik an der Einsatzstelle angepasst werden“, so heißt es von der Feuerwehr. In der Nacht brauchten die Retter immer mehr Einsatzmittel wie Atemschutzgeräte, Betriebsmittel, Einsatzstellenhygiene und Verpflegung, alles wurde umgehend nach Sorsum transportiert. Zur besseren Übersicht und Lageerkundung setze die Feuerwehr sätzlich auch Drohnen ein.

Noch in der Nacht hatte Diakonie-Geschäftsführer Carsten Wirges bestätigt, dass die noch rund 160 Menschen, die derzeit in der Behinderteneinrichtung leben, nicht in Gefahr seien. Wohngebäude sind nicht vom Brand betroffen. In der Gemeinschaftswäscherei arbeiten laut Diakonie mehrere Hundert Menschen mit und ohne Behinderung. Sie ist ein großer Arbeitgeber in der Region. In dem Betrieb sind laut Diakoniesprecherin Ute Quednow 360 Menschen beschäftigt. Täglich werden dort 40.000 Kilogramm Wäsche verarbeitet. Zu den Kunden zählen Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Behindertenwohnheim in ganz Norddeutschland. Die Menschen in der Ortschaft Sorsum und ihre Häuser sind nach bisherigen Erkenntnissen nicht von dem Großbrand betroffen gewesen.

Feuerwehr weiter vor Ort

Derzeit sind rund 20 Feuerwehrleute noch vor Ort. „Wir beurteilen die Lage erneut, eventuell müssen wir nachsteuern“, sagt Einsatzleiter Christofzik. Die Rollwagen mit den Wäschestapeln geben immer wieder Rauchwolken frei, oft sind dort noch weitere Glutnester verborgen, die immer wieder aufflammen können. All das haben die Einsatzkräfte am Vormittag weiter genau im Blick. Die gefrierende Nässe vom Löschwasser hat das Team vom Bauhof im Blick, um Wege und Bereiche aus Sicherheitsgründen abzustreuen. Auch sehr viele zerborstene Fensterscheiben, die der Hitzeentwicklung nicht standhalten konnten, erschweren die Arbeiten.

Über die Brandursache und die Schadenhöhe gibt es bislang noch keinerlei Erkenntnisse. Die Polizei hat den Gebäudekomplex beschlagnahmt. „Die Ermittlungen dauern an“, sagt Polizeisprecher Makowski. An den Löscharbeiten sind neben der Berufsfeuerwehr auch die Freiwilligen Wehren aus Sorsum, Itzum, Himmelsthür, Moritzberg, Neuhof, Ochtersum und Stadtmitte beteiligt gewesen.

Quelle: Hildesheimer Allgemeine Zeitung
Foto: Joscha Röhrkasse
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